Donald Trump – eine bitterharte Langzeitprüfung?

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Donald Trump wurde zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt, im deutschen Fernsehen wird der Einzug in den Krieg nach Syrien als bitterharte Langzeitprüfung verharmlost, und die AFD erhält nicht ausschließlich aufgrund von Frau Storchs Frisur Zuspruch. Menschen mit einem demokratischen Verständnis fragen sich völlig zurecht – was passiert da gerade mit unserer Welt und vor allem aber mit unseren Werten?

Nehmen wir zunächst den Superheld Trump. Muss ein amerikanischer Präsident nicht länger eine Vorbildfunktion repräsentieren? „Grab her by the pussy“ – danach sagt man mal kurz „Ich habe den allerhöchsten Respekt vor Frauen“, und schon ist die Aussage relativiert? Nukleare Waffen hat man nicht umsonst erfunden, und mit Putin geht er sicher überall essen, um zu debattieren – nur nicht zum Mexikaner. Muslime erhalten Einreiseverbot, weil sie alle durch die Bank böse und radikale Salafisten sind, und Waffen sind prädestiniert dafür, um sie im Wohnzimmerschrank neben der Rosenthal-Teekanne aufzubewahren.

Als Nächstes widmen wir uns Nora Illi. Eine Frau mit europäischen Wurzeln, die zum Islam konvertiert ist und sämtliche Frauenrechte, für die mutige Frauen jahrelang gekämpft haben, mit einem Nikab verschleiert. Eine Frau, welche die Vollverschleierung im Fernsehen mit ihrem Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit begründet, und damit, dass sie anderen durch das Tragen des Nikabs keinen Schaden hinzufügt. Liebe Nora, exakt das tun Sie damit, denn Sie schaden immens und unfassbar nachhaltig dem Selbstwertgefühl einer Frau. Sie propagieren ein Frauenbild, bei der sich die Frau dem Mann samt ausschließlich seiner sexuellen Triebe unterordnet (Polygynie), und ihre eigene Sexualität unter einem Schleier versteckt. Von der Verharmlosung der Kriegspropaganda fange ich gar nicht erst an, sonst wird das hier ein ganzes Buch – und kein Blogbeitrag mehr.

Aller guten Dinge sind drei, daher machen wir noch kurz einen Abstecher nach Dresden, wo am Tag der deutschen Einheit Pegida-Anhänger altbewährte Schlachtrufe aus Hitlerzeiten skandieren. Die Polizei wünscht einen „erfolgreichen Tag“, und das selbsternannte Volk grölt „Volksverräter“. Die Freunde von der AFD ziehen gleichauf – Herr Gauland weiß nicht darum, was Adolf damals alles so gesagt und getan hat, und achtsame Journalisten weisen auf fragwürdige Zusammenhänge hin.

Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung und politischer Einstellung – danach leben Menschen mit einem demokratischen Verständnis, aber seien wir mal ehrlich: Unser demokratisches Verständnis wird derzeit maßlos strapaziert.

Diktatur, Unterdrückung von Meinungsfreiheit und Menschenrechten, Rassismus und gewaltverherrlichende Radikalisierung werden am Fließband verharmlost, und Werte wie Respekt und Toleranz einseitig missbraucht, um eigene politische Interessen zu verfolgen. Und was dabei am schlimmsten ist: Das alles erfolgt unter dem Deckmantel der Demokratie.