Die fünf Tücken des Smartphones

Vorab – ich liebe mein Smartphone! Nichtsdestotrotz birgt die Nutzung dieses technischen Wunderwerks ein paar Tücken, die wirklich nicht mehr feierlich sind. Ja, man kann und muss mit der Technik gehen, aber ich möchte euch bitte dringlichst darum bitten, die folgenden fünf Tipps zu beherzigen! #imsinneeureskarmas #ameisenhabenkeinschönesleben #changeyourdestiny

1. Nicht zu antworten scheint heutzutage genauso salonfähig zu sein wie rechts. Demnächst erschießen wir dann auch wieder Juden. #neinmachdu #neindu! Von bis herrscht bei dem neumodischen Phänomen der Ignoranz eine breite Spanne: Wir schlafen miteinander und antworten danach nicht mehr – manchmal bedarf es aber weder Beischlaf noch einer Liebeserklärung, sondern lediglich einer harmlosen Frage oder Gegenfrage – inmitten einer anregenden Konversation. „Was machst du heut noch Schönes?“ „Chillen und du?“ – „….“ #keineantwort. Denken wir doch mal an die Vor-Smartphone-Zeit zurück: Wir treffen eine Person auf der Straße und führen eine Unterhaltung – gehen wir da einfach mitten im Gespräch weiter und lassen den anderen stehen? #höflichkeit. Thema Abfuhr: Offline sprechen wir diese aus – wieso nicht online? #respekt #ebenfallsvomaussterbenbedroht. Ich bin weiß Gott kein Fan davon, immer und überall erreichbar sein zu müssen, aber gewisse Manieren sollten wir uns auch online bewahren, und dazu gehört eine zeitnahe Antwort. Zeitnah ist natürlich ein sehr auslegungsfreudiger Begriff – wenn man daher plant, längere Zeit nicht zu antworten, kann man sich einer Abwesenheitsnotiz bedienen. Sowas wie: Entschuldigung, aber ich bin im Moment so busy, ich werde dir erst in drei Monaten wieder antworten! Nicht-Antworten zieht weitreichende Konsequenzen nach sich, letztlich führt es dazu, dass wir uns irgendwann nichts mehr trauen zu fragen – aus purem Selbstschutz.

2. Schreiben ersetzt kein Treffen dieser Welt. Gut, es ist toll, dass man miteinander schreiben kann, obwohl man hunderte von Kilometern entfernt ist. Aber bitte sehr, es ist nicht toll, dass man miteinander schreibt, wenn einen zwanzig oder fünf Kilometer trennen! Oder fünf Meter. Was hat das Smartphone da nur mit der menschlichen Rasse angestellt? Bereitet es nicht tausend Mal mehr Spaß jemand live in die Seite zu kneifen, zusammen zu chillen, kochen oder was auch immer miteinander anzustellen? Weshalb ist es out geworden, sich einfach mal für ein Stündchen zu verabreden?

3. Bitte missbraucht Whats-App Gruppen nicht als Freifahrtsschein zum Publizieren von Gehirnmüll! Ja oke, ein gewisses Maß an Rumblödeln und Witzbildern ist erlaubt, aber bitte auf keinen Fall maßlos. Offline reißen wir ja auch nicht denselben Witz zehnmal hintereinander, nur weil wir in einer Gruppe von zehn Leuten verweilen. Im Gegenteil – offline halten wir uns innerhalb einer Gruppe eher zurück oder agieren gar schüchtern – online ersucht uns dann plötzlich ADS?

4. Vorschnelles Schubladendenken! Ein ganz sensibles Thema, das uns auch offline öfters heimsucht als uns lieb ist. Die hat ein Nasenpiercing? Mit der rede ich nicht! Dann reden wir mit dieser Person und stellen fest, dass sie ganz in Ordnung ist – ja, vielleicht mögen wir sie sogar. Wie oft wurde der eine oder andere bei Tinder schon nach links gewischt, obwohl er uns im echten Leben mit Humor überzeugt hätte? Online neigt die menschliche Rasse noch um ein Hundertfaches mehr dazu, ausschließlich oberflächlich zu agieren und darin liegt eine bedrohliche Gefahr. Der perfekte Instagramfilter impliziert nicht den perfekten Charakter! Die freizügige Blondine ist vielleicht die treuste Person auf Erden, und die vermeintliche Hundefreundin ein verantwortungsloser Egoist. Selbstdarstellung erfolgt im Netz in vielfältiger Form, aber es sollte uns niemals davon abhalten, uns die Mühe zu machen, die Person hinter Facebook und Co. kennenzulernen.

5. Quantität statt Qualität. Jetzt mal Butter bei die Fische (oder wie Francesca Horst in meinem Roman ‚Otto hat Flick Flacks gekauft‘ sagen würde: Mutter bei die Fische #unverschämteschleichwerbung): Im echten Leben, also offline knutschen wir auch nicht an einem Abend mit zehn Typen! Desgleichen reden wir in einer Bar oder Disko nicht erst mit zwanzig Typen, ehe wir mit einem knutschen #oderzwei #oderdrei #spass. Abgesehen von Wetten oder Ausnahmeabenden, die von extremen Liebeskummer gezeichnet sind, konzentrieren wir uns offline pro Abend auf eine Person – wietho tun wir online nicht selbiges? Lernen wir doch erst mal eine Person kennen und mögen, und vielleicht lieben, anstelle einen Marathon an oberflächlichen Bettgeschichten zu veranstalten. Erstens stumpfen Seele und Herz dabei ab, und zweitens erhöht es das Risiko von Geschlechtskrankheiten.

Ich hoffe, dass ihr fortan ein wenig sorgsamer im Umgang mit eurem Smartphone seid! Sonst mutieren wir am Ende alle zu farblosen Geistern – Hauptsache immer online!
Anregungen und Kritik sind herzlich willkommen!
Smarte Grüße, eure Sandra

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Wundersame Erkenntnis

„Aber nur Sex…“, „Ich mag es gerne ab und an unkompliziert…“, „Wir können Spaß zusammen haben, wenn du das trennen kannst…“, „Schreib doch nicht immer sowas…“, „Du hast von Verlieben geredet…(#empörung)“ – insbesondere Aussagen wie die letzten beiden oder für gewöhnlich WhatsApp-Nachrichten ließen mich in den letzten Jahren, die ich als Single auf der Suche nach Liebe verbracht habe, wie eine Aussätzige fühlen, mit der irgendetwas nicht stimmt. Wie irgendjemand, der einem anderen Planeten entstammt – jemand, der in einem anderen Kosmos verweilt. Jetzt aber hat eine weltweite Studie anerkannter Professoren und Psychologen für Aufatmen gesorgt! Lest bitte selbst!

Jahrelang forschten und forschten sie, tief gehend und intensiv. Sie studierten männliches Balzverhalten, und weibliche Reaktionen – sowie weibliches Balzverhalten und männliche Reaktionen. Sie beobachteten Rationalität, diverse Formen der klassischen Konditionierung und rebellische Einsamkeit. Als Kontrapunkt studierten sie glückliche Paare, die einander mit Liebe und Respekt behandeln, und dann wiederum neuerlich die Singles, die jene Vereinigung nicht hinbekommen. Schlussendlich untersuchten sie geschlechtsspezifisch typische Verhaltensmuster, und konzentrierten sich dabei besonders auf die männlichen Mauern aus Granit (#unfassbar #hohe #schmelztemperatur), und nach all dem Forschen und Ergründen war sich die anerkannte Geistarmee doch tatsächlich einig geworden: Das Bedürfnis nach Liebe ist gesund!

Als ich von dieser wundersamen Erkenntnis erfuhr, atmete ich auf, und höre seitdem auf zu hinterfragen, was mit mir nicht stimmt, sondern hinterfrage stattdessen lieber, was mit denen nicht stimmt, die sogleich die Flucht ergreifen bei der kleinsten Andeutung hinsichtlich Gefühle, Zuneigung oder gar Liebe. Das ist nämlich ein vollkommen gesundes und natürliches Grundbedürfnis. Wer Leidenschaft und Feuer als liebeskrank deutet, und darüber hinaus denkt, man ist ihnen für den Rest des Lebens ergeben, nur weil man temporär die ungeschickte Absicht des Kennenlernen gehegt hat, befindet sich auf dem Holzweg. Treffen, Zeit miteinander verbringen, chillen – das alles ist nötig, um zu ergründen, ob das Bauchkribbeln anhält und nicht vielleicht nach zwei Wochen wieder erlischt, weil der Zauber längst wieder vorbei ist, da seine Performance außerhalb des Bettes möglichenfalls gar nicht an die von innerhalb heranreicht (#wobei #ziemlich #unwahrscheinlich #bei #derart #geballter #männlicher #selbstverliebtheit).

Ein weiteres wundersames Ergebnis der Studie sorgt desgleichen für Aufatmen: Das Bedürfnis nach Sex ist ebenfalls gesund. Frauen müssen sich also nicht länger wie aufblasbare Gummipuppen fühlen, sondern vielmehr als natürliches Mittel zum Zweck. Des Weiteren müssen wir uns auch nicht länger billig fühlen, wenn wir Sex ohne Liebe praktizieren. Ja, das soll vorkommen, nur bestreite ich persönlich jenes Unterfangen ein wenig rücksichtsvoller und weniger verletzend als der gewöhnlich umgekehrte Fall. Männer sind die Bösen. Punkt. Ausrufezeichen!

Nein, Männer sind nicht immer die Bösen (#schluss #jetzt #mit #der #ironie) und eigentlich mag ich überhaupt keine Mann/Frau Pauschalisierung (#no #klischeefrau), aber Ausnahmen bestätigen die Regel und Fakt ist: Pinguine können in der Wüste nicht schwimmen, und Meerjungfrauen auch nicht.

Pinguine können höchstens watscheln (#lustiger #anblick), und in dieser Hinsicht sind sie Meerjungfrauen überlegen, denn Meerjungfrauen sind bloß bewandt zu robben (#nicht #ohne #schürfwunden #blödes #schürfen), und selbst das nur für kurze Zeit, denn dann müssen sie wieder dringlichst hinein in ihr lebensnotwendiges Element namens Wasser – und zwar am besten in Begleitung eines tauchenden Pinguins! Letztendlich ist es gesünder, zwei gesunde Bedürfnisse zu befriedigen, und nicht bloß eines. Amen.