Die fünf Tücken des Smartphones

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Vorab – ich liebe mein Smartphone! Nichtsdestotrotz birgt die Nutzung dieses technischen Wunderwerks ein paar Tücken, die wirklich nicht mehr feierlich sind. Ja, man kann und muss mit der Technik gehen, aber ich möchte euch bitte dringlichst darum bitten, die folgenden fünf Tipps zu beherzigen! #imsinneeureskarmas #ameisenhabenkeinschönesleben #changeyourdestiny

1. Nicht zu antworten scheint heutzutage genauso salonfähig zu sein wie rechts. Demnächst erschießen wir dann auch wieder Juden. #neinmachdu #neindu! Von bis herrscht bei dem neumodischen Phänomen der Ignoranz eine breite Spanne: Wir schlafen miteinander und antworten danach nicht mehr – manchmal bedarf es aber weder Beischlaf noch einer Liebeserklärung, sondern lediglich einer harmlosen Frage oder Gegenfrage – inmitten einer anregenden Konversation. „Was machst du heut noch Schönes?“ „Chillen und du?“ – „….“ #keineantwort. Denken wir doch mal an die Vor-Smartphone-Zeit zurück: Wir treffen eine Person auf der Straße und führen eine Unterhaltung – gehen wir da einfach mitten im Gespräch weiter und lassen den anderen stehen? #höflichkeit. Thema Abfuhr: Offline sprechen wir diese aus – wieso nicht online? #respekt #ebenfallsvomaussterbenbedroht. Ich bin weiß Gott kein Fan davon, immer und überall erreichbar sein zu müssen, aber gewisse Manieren sollten wir uns auch online bewahren, und dazu gehört eine zeitnahe Antwort. Zeitnah ist natürlich ein sehr auslegungsfreudiger Begriff – wenn man daher plant, längere Zeit nicht zu antworten, kann man sich einer Abwesenheitsnotiz bedienen. Sowas wie: Entschuldigung, aber ich bin im Moment so busy, ich werde dir erst in drei Monaten wieder antworten! Nicht-Antworten zieht weitreichende Konsequenzen nach sich, letztlich führt es dazu, dass wir uns irgendwann nichts mehr trauen zu fragen – aus purem Selbstschutz.

2. Schreiben ersetzt kein Treffen dieser Welt. Gut, es ist toll, dass man miteinander schreiben kann, obwohl man hunderte von Kilometern entfernt ist. Aber bitte sehr, es ist nicht toll, dass man miteinander schreibt, wenn einen zwanzig oder fünf Kilometer trennen! Oder fünf Meter. Was hat das Smartphone da nur mit der menschlichen Rasse angestellt? Bereitet es nicht tausend Mal mehr Spaß jemand live in die Seite zu kneifen, zusammen zu chillen, kochen oder was auch immer miteinander anzustellen? Weshalb ist es out geworden, sich einfach mal für ein Stündchen zu verabreden?

3. Bitte missbraucht Whats-App Gruppen nicht als Freifahrtsschein zum Publizieren von Gehirnmüll! Ja oke, ein gewisses Maß an Rumblödeln und Witzbildern ist erlaubt, aber bitte auf keinen Fall maßlos. Offline reißen wir ja auch nicht denselben Witz zehnmal hintereinander, nur weil wir in einer Gruppe von zehn Leuten verweilen. Im Gegenteil – offline halten wir uns innerhalb einer Gruppe eher zurück oder agieren gar schüchtern – online ersucht uns dann plötzlich ADS?

4. Vorschnelles Schubladendenken! Ein ganz sensibles Thema, das uns auch offline öfters heimsucht als uns lieb ist. Die hat ein Nasenpiercing? Mit der rede ich nicht! Dann reden wir mit dieser Person und stellen fest, dass sie ganz in Ordnung ist – ja, vielleicht mögen wir sie sogar. Wie oft wurde der eine oder andere bei Tinder schon nach links gewischt, obwohl er uns im echten Leben mit Humor überzeugt hätte? Online neigt die menschliche Rasse noch um ein Hundertfaches mehr dazu, ausschließlich oberflächlich zu agieren und darin liegt eine bedrohliche Gefahr. Der perfekte Instagramfilter impliziert nicht den perfekten Charakter! Die freizügige Blondine ist vielleicht die treuste Person auf Erden, und die vermeintliche Hundefreundin ein verantwortungsloser Egoist. Selbstdarstellung erfolgt im Netz in vielfältiger Form, aber es sollte uns niemals davon abhalten, uns die Mühe zu machen, die Person hinter Facebook und Co. kennenzulernen.

5. Quantität statt Qualität. Jetzt mal Butter bei die Fische (oder wie Francesca Horst in meinem Roman ‚Otto hat Flick Flacks gekauft‘ sagen würde: Mutter bei die Fische #unverschämteschleichwerbung): Im echten Leben, also offline knutschen wir auch nicht an einem Abend mit zehn Typen! Desgleichen reden wir in einer Bar oder Disko nicht erst mit zwanzig Typen, ehe wir mit einem knutschen #oderzwei #oderdrei #spass. Abgesehen von Wetten oder Ausnahmeabenden, die von extremen Liebeskummer gezeichnet sind, konzentrieren wir uns offline pro Abend auf eine Person – wietho tun wir online nicht selbiges? Lernen wir doch erst mal eine Person kennen und mögen, und vielleicht lieben, anstelle einen Marathon an oberflächlichen Bettgeschichten zu veranstalten. Erstens stumpfen Seele und Herz dabei ab, und zweitens erhöht es das Risiko von Geschlechtskrankheiten.

Ich hoffe, dass ihr fortan ein wenig sorgsamer im Umgang mit eurem Smartphone seid! Sonst mutieren wir am Ende alle zu farblosen Geistern – Hauptsache immer online!
Anregungen und Kritik sind herzlich willkommen!
Smarte Grüße, eure Sandra

Wundersame Erkenntnis

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„Aber nur Sex…“, „Ich mag es gerne ab und an unkompliziert…“, „Wir können Spaß zusammen haben, wenn du das trennen kannst…“, „Schreib doch nicht immer sowas…“, „Du hast von Verlieben geredet…(#empörung)“ – insbesondere Aussagen wie die letzten beiden oder für gewöhnlich WhatsApp-Nachrichten ließen mich in den letzten Jahren, die ich als Single auf der Suche nach Liebe verbracht habe, wie eine Aussätzige fühlen, mit der irgendetwas nicht stimmt. Wie irgendjemand, der einem anderen Planeten entstammt – jemand, der in einem anderen Kosmos verweilt. Jetzt aber hat eine weltweite Studie anerkannter Professoren und Psychologen für Aufatmen gesorgt! Lest bitte selbst!

Jahrelang forschten und forschten sie, tief gehend und intensiv. Sie studierten männliches Balzverhalten, und weibliche Reaktionen – sowie weibliches Balzverhalten und männliche Reaktionen. Sie beobachteten Rationalität, diverse Formen der klassischen Konditionierung und rebellische Einsamkeit. Als Kontrapunkt studierten sie glückliche Paare, die einander mit Liebe und Respekt behandeln, und dann wiederum neuerlich die Singles, die jene Vereinigung nicht hinbekommen. Schlussendlich untersuchten sie geschlechtsspezifisch typische Verhaltensmuster, und konzentrierten sich dabei besonders auf die männlichen Mauern aus Granit (#unfassbar #hohe #schmelztemperatur), und nach all dem Forschen und Ergründen war sich die anerkannte Geistarmee doch tatsächlich einig geworden: Das Bedürfnis nach Liebe ist gesund!

Als ich von dieser wundersamen Erkenntnis erfuhr, atmete ich auf, und höre seitdem auf zu hinterfragen, was mit mir nicht stimmt, sondern hinterfrage stattdessen lieber, was mit denen nicht stimmt, die sogleich die Flucht ergreifen bei der kleinsten Andeutung hinsichtlich Gefühle, Zuneigung oder gar Liebe. Das ist nämlich ein vollkommen gesundes und natürliches Grundbedürfnis. Wer Leidenschaft und Feuer als liebeskrank deutet, und darüber hinaus denkt, man ist ihnen für den Rest des Lebens ergeben, nur weil man temporär die ungeschickte Absicht des Kennenlernen gehegt hat, befindet sich auf dem Holzweg. Treffen, Zeit miteinander verbringen, chillen – das alles ist nötig, um zu ergründen, ob das Bauchkribbeln anhält und nicht vielleicht nach zwei Wochen wieder erlischt, weil der Zauber längst wieder vorbei ist, da seine Performance außerhalb des Bettes möglichenfalls gar nicht an die von innerhalb heranreicht (#wobei #ziemlich #unwahrscheinlich #bei #derart #geballter #männlicher #selbstverliebtheit).

Ein weiteres wundersames Ergebnis der Studie sorgt desgleichen für Aufatmen: Das Bedürfnis nach Sex ist ebenfalls gesund. Frauen müssen sich also nicht länger wie aufblasbare Gummipuppen fühlen, sondern vielmehr als natürliches Mittel zum Zweck. Des Weiteren müssen wir uns auch nicht länger billig fühlen, wenn wir Sex ohne Liebe praktizieren. Ja, das soll vorkommen, nur bestreite ich persönlich jenes Unterfangen ein wenig rücksichtsvoller und weniger verletzend als der gewöhnlich umgekehrte Fall. Männer sind die Bösen. Punkt. Ausrufezeichen!

Nein, Männer sind nicht immer die Bösen (#schluss #jetzt #mit #der #ironie) und eigentlich mag ich überhaupt keine Mann/Frau Pauschalisierung (#no #klischeefrau), aber Ausnahmen bestätigen die Regel und Fakt ist: Pinguine können in der Wüste nicht schwimmen, und Meerjungfrauen auch nicht.

Pinguine können höchstens watscheln (#lustiger #anblick), und in dieser Hinsicht sind sie Meerjungfrauen überlegen, denn Meerjungfrauen sind bloß bewandt zu robben (#nicht #ohne #schürfwunden #blödes #schürfen), und selbst das nur für kurze Zeit, denn dann müssen sie wieder dringlichst hinein in ihr lebensnotwendiges Element namens Wasser – und zwar am besten in Begleitung eines tauchenden Pinguins! Letztendlich ist es gesünder, zwei gesunde Bedürfnisse zu befriedigen, und nicht bloß eines. Amen.

Widder bevorzugt – alles Humbug oder nichts als die Wahrheit?

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Nach eindringlicher Sternzeichen Analyse ist ein männlicher Widder der perfekte Partner für eine Löwin. Eine Kombination der beiden Feuerzeichen scheint perfekt – sie verspricht zwischenmenschlichen Konsens sowie hingebungsvolle Liebesspiele, getrieben von feuriger Leidenschaft. Tatsächlich funkte es bei mir schon das eine oder andere Mal mit einem Widder, doch liegt der Ursprung alldessen wahrhaftig in den Sternen begründet?

‚Löwen sind so idealistisch, dass man darüber weinen könnte. Selbst Löwen, die sich als Zyniker darstellen, sind im Herzen wahre Romantiker.‘

Das stimmt. Verkannt von den rationalen Menschen dieser Welt, wird die ungestüme Art der Löwen oftmals gänzlich fehlinterpretiert. Ja, wir jagen gerne, aber gleichzeitig liebt eine Löwe-Frau nichts mehr als erobert zu werden. Sie sucht nach einem wohlgesonnenen Widersacher, der ihr auf Augenhöhe begegnet. Der sie versteht und liebt. Der verrückt nach ihr ist und sie umschmeichelt. Jemand mit einem großen Herz, mindestens genauso groß wie ihr eigenes!

‚Kein anderes Tierkreiszeichen kann derart romantisch sein wie der Widder, denn er träumt von einer Beziehung wie aus einem Roman.‘

Wenn jemand desgleichen eine Beziehung dieser Art ersehnt, dann ganz sicher die Löwin! Sehen die Sterne genauso:

‚Das ist eine wundervolle Kombination, denn Sie können sich gegenseitig in Ihrer Fantasie bereichern und Spannung in Ihrer beider Leben bringen. Sie bleiben immer optimistisch, weil Sie dem großen Abenteuer des Lebens gemeinsam nachjagen.‘

Tatsächlich stimmt es unwiderruflich – ich mag Widder-Männer! Weshalb? Weil sie auf Feuer anspringen und Leidenschaft zu schätzen wissen, da sie selbst mehr als genug davon besitzen. Weil sie trotzdem eine starke Schulter anbieten, den Fels in der Brandung, der in kurzen Momenten der Schwäche von Nöten ist. Weil Widder einfach so herrlich stürmisch und teils ein klein wenig unbeholfen sind, was sie wiederum ausgesprochen liebenswert macht. Weil ein Widder-Mann einfach ist wie er ist, dem feurigen Liebhaber inbegriffen!

‚Change your destiny‘ ist der Name dieses Blogs, und er soll dazu anregen, sein eigenes Glück zu steuern. Im Rahmen unbegrenzter Möglichkeiten und unbeschwerter Träume, folglich zieht soeben gewonnene Erkenntnis eine gewichtige Frage nach sich: Sollte ich fortan ausschließlich Widder-Männer in mein Bett ähem Herz lassen?

Die Antwort erfolgt nicht erst zu Ende diese Beitrages, denn unnötig Spannung aufbauen wird überbewertet. Die Antwort erfolgt sogleich und lautet: Nein!

Ich war in meinem jungen Leben schon mehr als einmal verliebt gewesen, und mitunter in Sternzeichen fernab eines Widders. Jedoch immer in solche, die ebenso auf ihre Art zu einer Löwin passen. Bringt ein brüllender Löwe hinreichend Reife mit und verletzt seine geliebte Königin nicht in ihrem Stolz, regieren sie würdevoll ihr Königreich – Thron an Thron. Ein besonnener Waage-Mann beglückt die Löwin mit galanten Schmeicheleien, ein leidenschaftlicher Skorpion mit außergewöhnlich, um nicht zu sagen bombastisch gutem Sex und ein Zwilling mit einfallsreicher Flirt-Offensive.
Wie aber verhält es sich mit den Sternzeichen, die laut Recherche nicht zu einer Löwin passen? Ein Steinbock, eine Jungfrau oder ein Krebs-Mann? Löscht der Steinbock wirklich den königlichen Glanz aus und ist der Krebs wahrhaftig zu sensibel? Und ist die männliche Jungfrau mitnichten dazu befähigt, die Lebensfreude der Löwin zu entwickeln? So sehr ich an diese anregende Sternzeichen-Philosophie glauben will und so sehr ich mich in sämtlichen Beschreibungen mit Liebe zum Detail wieder erkenne, muss ich an dieser Stelle mahnend den Zeigefinger erheben.

Sternzeichen sind Sternzeichen und Charakter ist Charakter! Und Gefühle nunmal Gefühle!

Ein Schütze zum Beispiel passt laut Partneranalyse hervorragend zu mir, nichtsdestotrotz hatte ich erst überhaupt einen im Bett und das fühlte sich an wie ein Drehtag bei ‚Eis am Stiel‘. Die Chemie hingegen war ziemlich trocken, und ebenso gingen unsere Gespräche nicht über unsere Lieblingsserien hinaus. Tiefgang, intellektuelle Diskussionen – Fehlanzeige!

Was ich mithin letztlich mit diesem Beispiel verdeutlichen will, ist der Humbug, der dem Ganzen mitschwingt. Das Liebesglück ist nicht den Sternen geschuldet, sondern der Verbindung verschiedenster Kräfte. Anziehungskräfte, für die keine, und andere, für die Worte existieren. Humor zum Beispiel. Männer, die fernab vom Unterleib nachhaltig Eindruck hinterlassen haben, sind solche, mit denen ich gelacht habe. Und rein zufällig befindet sich darunter übrigens das eine oder andere Feuerzeichen…

„Lieber weniger Geld und mehr Zeit“

Annette macht immer so schöne Portraits – finde, jemand sollte auch mal eins über sie machen! Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag!

Ruhrköpfe

„Bis zur Rente im Büro? Bloß nicht!“

Sandra mit ihrem Hund Wesley, Foto: privat

Ein wolkenbedeckter, milder Tag im Mai: An einem meiner liebsten Orte, dem Rombergpark, weht mir schon auf dem Parkplatz am Dortmunder Zoo der Fliederduft entgegen. Auf dem kurzen Weg zum Café Orchidee blüht der Rhododendron in allen Farben und Formen. Ich bin mit Sandra Vahle zum Interview verabredet.

Sandra ist die mittlere Tochter eines Lehrerpaars. Als Kind träumt sie von der Schauspielerei: „Mit der Haarbürste als Mikro übte ich damals vor dem Spiegel meine Oscar-Ansprache“, erzählt sie lachend. Ihre Kindheit und Jugend verbringt sie in ländlicher Umgebung. Tiere gehören zu ihrem Leben immer dazu. Ihr Berufswunsch wechselt über die Jahre zu Tierärztin und Stewardess.

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Schuldig im Sinne der Anklage – BGE!

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Das bedingungslose Grundeinkommen ist aktuell in aller Munde. Einige Menschen sind dafür, andere dagegen. Doch was würde das BGE eigentlich im Einzelfall bedeuten? Wagen wir mit Hans im Unglück, Hans im Glück und Hans Faul eine abenteuerliche Reise in die Utopie!

Hans im Unglück ist achtundzwanzig Jahre alt. Hans ist gelernter Bürokaufmann und sein Tagesablauf geregelt. Hans erscheint fünfmal die Woche mit seinem Auto in der Firma. Meistens zwischen acht und neun Uhr in der Früh, manchmal muss er vorher tanken, weil die Firma eine Stunde Fahrtzeit entfernt liegt – an diesen Tagen erscheint er dann meist erst gegen neun. Hans hat offiziell einen vierzig Stundenvertrag, manchmal aber arbeitet Hans fünfzig oder fünfundfünfzig Stunden in einer Woche. Nicht, weil er immer so viel zu tun hat, sondern, weil sein Chef Peter oftmals erst gegen 16:30 Uhr mit einer wichtigen Aufgabe zu ihm kommt.

Der liebste Tag, abgesehen vom Samstag und Sonntag, ist Hans im Unglück der Freitag. Freitags frühstückt die gesamte Abteilung miteinander, meist so circa drei Stunden lang, und den Rest des Tages liest Hans Zeitung oder surft im Internet. Auch baut er oft Überstunden auf, um dann freitags schon gegen 13 oder 14 Uhr nach Hause gehen zu dürfen. Hans hat einen elektronischen Chip, mit dem seine Arbeitszeiten minutengenau erfasst werden. Offiziell hat Hans im Unglück nur eine halbe Stunde Pause, aber da diese ihm automatisch abgezogen wird, überzieht er sie oft und nimmt lieber eine Stunde Pause oder manchmal auch zwei.

Eigentlich wollte Hans im Unglück Schauspieler werden, aber seine Eltern fanden das ein dummes Gehirngespinst. Mittlerweile findet Hans das auch. Manchmal jedoch träumt Hans noch davon und stellt sich vor, er wäre Silvester Stallone in Rocky. Hans im Unglück freut sich immer ganz doll auf seine dreißig Tage Urlaub im Jahr und auf seine Freizeit am Wochenende.

Hans im Glück ist achtundzwanzig Jahre alt. Hans ist gelernter Bürokaufmann und sein Tagesablauf ungeregelt. Hans erscheint dreimal die Woche mit seinem Auto in der Firma. Meistens zwischen acht und neun Uhr in der Früh, manchmal muss er vorher tanken, weil die Firma eine Stunde Fahrtzeit entfernt liegt – an diesen Tagen erscheint er dann meist erst gegen neun. Hans hat offiziell einen zwanzig Stundenvertrag, manchmal aber arbeitet Hans zwei- oder fünfundzwanzig Stunden in einer Woche. Nicht, weil er immer so viel zu tun hat, sondern, weil sein Chef Peter oftmals erst gegen 16:30 Uhr mit einer wichtigen Aufgabe zu ihm kommt.

Der liebste Tag, abgesehen vom Samstag und Sonntag, ist Hans im Glück der Freitag. Freitags geht er zum Boxen, denn Hans ist auch ein Boxtrainer. Eigentlich wollte Hans Schauspieler werden, aber seine Eltern fanden das ein dummes Gehirngespinst. Mittlerweile findet Hans das auch. Hans besuchte einen Schauspielkurs und empfand dabei keinen Spaß. Hans im Glück freut sich immer ganz doll auf seine dreißig Tage Urlaub im Jahr und auf seine viele Freizeit, aber ebenso auf seine produktiven Tage im Büro.

Hans Faul ist achtundzwanzig Jahre alt. Hans ist gelernter Bürokaufmann und sein Tagesablauf ungeregelt. Hans erscheint nur dann in der Firma, wenn ein Meeting ansteht. Die andere Kommunikation erfolgt per E-Mail, Telefon oder Videokonferenz und gearbeitet wird ausschließlich nur dann, wenn Arbeit ansteht. Hans Faul hat keinen Chef, weil er in einer Firma arbeitet, in der ein Jeder nach seinen Stärken eingesetzt wird, und gleichermaßen entscheidungsbevollmächtigt ist.

Hans Faul probiert gerne Dinge aus, die ihm Spaß bereiten und so ist er inzwischen auch ein Boxtrainer. Eigentlich wollte Hans Faul Schauspieler werden, aber seine Eltern fanden das ein dummes Gehirngespinst. Mittlerweile findet Hans das auch. Hans besuchte einen Schauspielkurs und empfand dabei keinen Spaß. Hans Faul hat dafür aber an ganz vielen anderen Dingen den Spaß entdeckt, und so kam es, dass er innovative Boxhandschuhe entwickelt hat, die er nun zusammen mit seiner langjährigen und guten Freundin Heidi Faul vertreibt.

Der liebste Tag ist Hans Faul jeder einzelne.

Über die Schizophrenie des Glücks und wie man sie mäßigen kann

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Das Glück und schizophren? Ein koketter Aprilscherz?

Bewusstseinsspaltung, weithin auch als Schizophrenie bekannt, schleicht sich oftmals heimtückisch an. Je nachdem, wie emotional der Patient gestrickt ist, kämpft er einen leidigen Kampf mit sich selbst und der eigenen Gefühlswelt. Schizophrenie ist nicht gleichzusetzen mit Ambivalenz, welche die Zerrissenheit unserer Gefühle und Bestrebungen desgleichen impliziert, doch war es für den Schweizer Psychiater Eugen Bleuler das Hauptsymptom. Darüber lässt sich sicher streiten, allerdings liegt die Essenz dieses Beitrages auf anderer Thematik. Genau genommen auf dem besorgniserregenden Krankheitsbild des Glücks!

Wie soll das Glück denn bitte schön schizophren sein können…

…mag manch einer just laut denken. Beglückend, erquickend, behaglich: Ja! Aber schizophren? Und ambivalent? Ambivalenz ist doch eigentlich Männersache. Erst umgarnt, beziehungsweise im befriedigendsten Falle, stößt er sie in den Himmel, ehe zeitnahe Besinnung erfolgt. Komplimente und Samen verlangen gerechte Verteilung. Aber zurück zur Waage der Seele. Schizophrene nehmen zwei Wirklichkeiten wahr, zum einen die reale und zum anderen eine gefärbte – gefärbt von Sinneseindrücken, Gefühlen und Erlebnissen. Nebst der Wahrnehmung verändert sich auch das Verhalten. Viele ziehen sich privat und beruflich zurück – manche sehen gar Dinge oder hören Stimmen, die nicht vorhanden sind. Gedanken wandeln orientierungslos, bloß noch bedingt steuerbar, bis hin zum Realitätsverlust.

Und all das soll auf das samtige Glück zutreffen? Fakt ist: Kein Mensch dieser Welt fühlt 24/7 Glück!

Meistens durchleben wir an ein und demselben Tag ambivalente Gefühlswelten. Gedanken mischen Realität und Schein. Alles in unserem Kopf, alles von uns selbst gepflanzt. Begossen von Regen, erhellt von Sonnenstrahlen und aufgewirbelt von Sturmböen. Nicht selten waltet so ein Wettertreiben mit einer Unberechenbarkeit, die schaurig gemein sein kann. Negativ als gleich positiv. Das schizophrene Glück kommt und geht und exakt diesen Teufelskreis spüre ich persönlich derzeit oft und intensiv.

Morgens tanze ich zu meinem Lieblingslied (#tryme) durch die Wohnung und zehn Minuten später übermannt mich Nachdenklichkeit. In Begleitung von einer Tasse Kaffee durchleuchte ich mein Leben und frage mich, ob das alles so richtig ist. Die Art und Weise, wie ich lebe. Vor zwei Jahren kündigte ich meinen sicheren und gut bezahlten Bürojob, um fortan einem Traum zu folgen: Ich schreibe und verdiene Geld damit – die Kellnerjobs bieten später lustige Anekdoten für Oprah. Faktisch betrachtet bedeutet das in Summe weniger Geld und mehr Zeit. Wertvolle Zeit, um weitere Bücher zu schreiben und spaßbringende Geschäftsideen zu ergründen, aber ebenso um mich mit Freunden zu treffen, ein gutes Buch zu lesen oder eine Gesichtsmaske aufzutragen. Ich bin glücklich mit meinem Leben, zufrieden, und versuche jeden Moment zu genießen.

Und doch ersucht sie mich heimtückisch – die Schizophrenie des Glücks! Urplötzlich werde ich wütend. Wütend und vielmehr traurig – auf die Welt und vor allem aber auf mich selbst. Weil mir noch keine geniale Marketingaktion für mein erstes Buch gelungen ist und ich nicht längst viel weiter mit dem zweiten bin. Dann kommen diese fiesen Selbstzweifel, denn es flattert nicht jeden Tag eine enthusiastische E-Mail oder Fünf-Sterne-Rezension herein, die effizienter als jedes Glas Sekt prickelt. Nein, denn da gibt es genauso die aneinandergereihten Tage, an denen ich kein einziges Buch verkaufe, und dann bin ich frustriert und hinterfrage mich kritisch, meine Schreibkompetenz inbegriffen. Ähnlich verhält es sich mit der lieben Liebe, auch hier nehme ich die eigene Kompetenz öfter mal ins Kreuzverhör. Zeige ich ihm zu wenig oder zu sehr, dass ich ihn mag? Diese Frage setzt voraus, dass es jemanden gibt, den ich mag. Manchmal ist da niemand, manchmal schwirren mir mehrere im Kopf herum. Meistens jedoch ist es nur ein Einziger und ich vermute jedes Mal waghalsig die große Liebe. Träume verzückt von einer gemeinsamen Zukunft und gebe unseren zehn ungeborenen Kindern Namen. Donnerstagabends erscheint mir mein Singledasein gütig, montagabends einsam. Ich liebe es zu flirten und finde es wahnsinnig aufregend, Feuer zu fangen. Geküsst oder vielleicht sogar verführt zu werden. Zurück zu Montagabend. Läuft „Bauer sucht Frau“, sehne ich mich unwiderruflich nach Liebe anstelle alkoholisierter Flirts. Am allerschlimmsten darbt jenes Verlangen morgens. Wenn ich alleine aufwache und keine wohlgeratene Männerbrust neben mir liegt, in die ich mich nestelnd einkuscheln kann. Dann weine ich Engelstränen um einen Wolke 7 – Mann!

Sind wir nicht eigentlich am Leben, um zu lieben und zu sein?

Trefflicher als Andreas Bourani kann man die simple Formel hinein ins Glück wohl nicht auf den Punkt bringen, doch faktische Weisheiten sind bisweilen einfacher gesungen als gelebt. Denn bisweilen macht dieses wibbelige Gespinst namens Glück, was es will und man selbst hadert mit dem penetrierenden Gefühl gänzlichen Kontrollverlusts. Schließlich folge ich ja seit geraumer Zeit konsequent der reinen Stimme meines Herzens, um jenen inneren Frieden mitsamt dieser eigentümlichen Glückseligkeit zu finden, doch will mir der Sieg nicht gelingen. Jedenfalls nicht durchweg.

Aber ist das nicht auch utopisch? Ängste, Schmerz und Trauer gehören zum Leben und Lieben dazu – ohne Regen erstrahlt kein Regenbogen dieser Welt! Die alles entscheidende Frage muss deshalb doch lauten, wie sich die Schizophrenie des Glücks mäßigen lässt. Wie man die Wetterfühligkeit so konditioniert, dass ein wunderschönes Blumenbeet in voller Pracht erblühen kann und ein Regenbogen fulminanten Zauber versprüht.

Mir geht es stets besser, wenn ich mir Plan Z, Y und X vors Auge führe. Sprich längst vergangene Alternativen zu meinem jetzigen Leben mit all seinen Stützpfeilern. Insbesondere jene, die nicht im Einklang mit dem eigenen Herzen waren. Single zu sein, erscheint mir stur, obgleich mit leidenschaftlichen Liebschaften gespickt, nicht erfüllend, dennoch fühle ich mich damit wohler als mit einer entliebten Beziehung. So lange mein Herz befähigt ist zu lieben, werde ich nicht kapitulieren! Und die Kombination „Schreiben / Leben / Träumen“ bereitet mir unbestritten mehr Spaß als Exceltabellen anzufertigen, massenhaft unwichtige E-Mails zu verfassen und grotesken Telefonkonferenzen beizuwohnen.

Mit mir selbst im Reinen zu sein, lässt mich meinen Glücksweg wohliger tapsen. Ich möchte Zeit in die Projekte investieren, für die ich brenne und meine fixen Kosten gesichert wissen. Desgleichen möchte ich weiter an meinen Wolke 7 – Mann glauben, an den Seelenverwandten, der mich versteht, mag und beglückt. So manch eine Verletzung erschwert dieses Unterfangen nachhaltig und somit sind wir wieder beim Hinterfragen dieses verflixten Selbstwertgefühls. „Sei nicht so hart zu dir selbst, es ist ok, wenn du fällst“, höre ich Andreas Bourani an dieser Stelle singen!

Ja, es ist ok! Denn genau das kann passieren, wenn man anfängt Risiken einzugehen. Aber anstatt sich zu bemitleiden, könnte man ja auch einfach mal stolz auf sich sein, dass man etwas gewagt hat. Was riskiert hat. Es ist nicht verwerflich, die Person des Herzens spüren zu lassen, dass man sie gerne mag. Mit stöhnendem oder tränenreichem Ausgang. Beruflich eine Veränderung zu wagen, mit bereicherndem Ausgang. Wenn wir aufhören zu vertrauen, versiegt die Menschlichkeit.

Finde deine Stimme

Ängste lähmen, Zutrauen gewährt Hoffnung. Nebst Andreas Texten bewundere ich seine wunderschöne Stimme, die ich euch gerne leihen würde, aber ich befürchte, um eure Schizophrenie des Glücks zu mäßigen, müsst ihr die eigene verwalten. Hört was sie sagt und folgt ihr lauschig! Ich lasse mich von Bruchlandungen nicht länger entmutigen, in gewisser Weise erfüllen sie sogar ihren Zweck, denn sie erinnern mich jedes Mal daran, an mich selbst zu glauben. Daran, dass es zwingend notwendig ist, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Zu kämpfen, aber nicht den Spaß aus den Augen zu verlieren. Abschließen möchte ich diesen Beitrag gemeinsam mit meinem zukünftigen Ehemann, der nach dem Lesen spontan das Aufgebot bestellt hat: Ein Hoch, auf das, was vor uns liegt! Kommt mithin nicht auf Scherben zum Stehen – es sei denn, ihr habt Botox in den Füßen.

Ein Gespräch an der Bar

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„Noch eins bitte!“
„Hast du nicht schon genug?“
„Nein.“
„Weshalb betrinken wir uns denn so – also wenn man fragen darf?“
„Darf man nicht…“
„Oha – so eine nette Dame mittleren Alters und so viel Frust! Wie heißt der Mistkerl?“
„Gesellschaft…“
„Wie bitte?“
„Komischer Name, was?“
„Waren seine Eltern Kommunisten?“
Es war das erste Mal seit Wochen, nein seit Monaten, dass sie lächelte.
„Wer sagt denn, dass sie tot sind?“
„Oke, dann leben sie halt noch!“
Zielsicher platzierte der in die Jahre gekommene Barkeeper das Bier.
„Danke!“
„Und was genau hat dieser Schweinehund dir angetan?“
„Er ist ungerecht! Scheissen verdammt nochmal ungerecht…!“
Skeptisch zog der Barkeeper die buschigen Augenbrauen nach oben.
„Er belohnt die falschen Dinge!“
„Tun das nicht alle Männer?“
„Nein – zum Glück nicht, ein paar Goldschätze bilden die Ausnahme.“
„Was genau belohnt ER denn nicht?“
„Herzarbeit, Mut und Selbstdisziplin!“
„Und was belohnt er?“
„Moralverfall, Konditionierung und Persönlichkeitsverlust.“
„Puh – ganz schön gewissenlos…“
„Kannste wohl laut sagen – ach mir fällt noch so viel mehr ein, allen voran Umweltverschmutzung, Bürokratie und seelenlose Zeitverschwendung.“
„Was für ein übler Mistkerl – vergiss den bloß ganz schnell!“
„Das sagst du so leicht – kostet ganz schön viel Kraft!“
„Jetzt hör mir mal zu, mein Täubchen – andere Mütter haben auch schöne Söhne!“
„Die will ich aber nicht…“
„Dann musst du kämpfen! Also jedenfalls so lange du noch genug Liebe spürst…“
„Hier und da entsendet er mir kleine, aber feine mutmachende Zeichen…“
„Siehst du – dann mach was draus!“
„Das klingt so einfach aus deinem Mund!“
„Ich bin ein alter aber dafür ausgesprochen weiser Mann!“
„Trinkst du einen Tequila mit mir?“
„Sehr gern, mein Täubchen – mit Salz und Zitrone oder Zimt und Orange?“
„Was hältst du von Zucker und Apfel?“
Jetzt musste der Barkeeper lächeln.
„Zucker haben wir im Überfluss vorrätig und sogleich werde ich in die Küche entschwinden und nach Äpfeln Ausschau halten! Falls ich in fünf Minuten nicht wieder hier sein sollte, bitte auf keinen Fall fortgehen – irgendwo in diesem wundervoll fruchtbaren Land muss es ja schließlich Apfelbäume geben!“

Wunsch ans Universum

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Meine Freundin hat gesagt, wenn man etwas ganz ganz doll ersehnt, dann muss man sich das beim Universum wünschen und wenn man das dann macht, dann soll man (frau) seine Wünsche so detailliert wie möglich formulieren.

Gesagt, getan!

Liebes Universum,
Ich wünsche mir ganz ganz doll und herzallersehnlichst einen Mann an meiner Seite! (Sie meint einen festen Freund – Anm. d. Red.)
Allerdings nicht irgendeinen, sondern denjenigen, der Schmetterlinge generiert. Bezirzend, vielfältig und wibbelig! Dessen Nähe mich nervös und rot werden lässt und den ich fünf Minuten nach Entschwinden bereits wieder vermisse. Und zwar so sehr, dass ich ihm am allerliebsten direkt eine Nachricht senden möchte. (Was gelegentlich erfolgen könnte – Anm. d. Red.)
Das Alter meines ersehnten Mannes spielt eigentlich keine großartig gewichtige Rolle, aber da das Universum ja nicht hellsehen kann, soll er bitte zwischen 28 und 38 Jahren alt sein. (Abweichungen sind angesichts ihrer jugendlichen Erscheinung akzeptabel – Anm. d. Red.)
Viel wichtiger als das Alter ist aber die Tatsache, dass es eben ein Wolke 7 – Mann sein muss! Ich mag nämlich keinen Wolke 4 – Mann haben, gleichwohl der letzte Wolke 7 – Mann mich mitsamt meinem waghalsigen Glauben an die Liebe tief erschüttert und verletzt hat, und ich zwei Wochen lang jeden Tag wegen ihm weinen musste. (Einmal sogar während eines trostspendenden Beischlafes, keine ihrer Glanzstunden – Anm. d. Red.)
Ansonsten habe ich eigentlich keine außergewöhnlichen oder utopischen Anforderungen, ich will einfach nur ganz normal wieder abends mit Mr. Right zusammen eine Pizza aus dem Pappkarton essen und dabei einen Film schauen. Oder eine Serie. Im Fernsehen oder auf DVD. Und danach Sex haben. Oder davor. Oder dabei. Guten Sex, keinen schlechten. (Ein Orgasmus wäre nett – Anm. d. Red.)
Er sollte kein Tierhasser sein und meinen Hund mögen. Mein Hund ist zwar ein bisschen frech und auch nicht sonderlich gut erzogen, aber er ist ein lieber Hund und hat ein großes Herz und gibt und braucht viel Liebe und Zuneigung. (So wie das Frauchen – Anm. d. Red.)
Er sollte nicht lange fackeln, wenn er mich trifft und sich ein klein wenig um mich bemühen und vielleicht ab und an süße Sachen machen, wie zum Beispiel einen Milchshake oder sowas. (Wenn sie mal krank ist, gerne auch einen Tee – Anm. d. Red.)
Er sollte mich zum Lachen bringen. (Lachen macht schön und manchmal plagen sie Komplexe – Anm. d. Red.)
Er sollte eine eigenständige Person bleiben wollen und kein Anhängsel, aber bitte kein Narzisst. (Antennen wären fein – Anm. d. Red.)
Er sollte meinen träumerischen Lebensstil akzeptieren und mir keine doofen Fragen zu meiner Rente stellen. (Es lebe die Freiheit – Anm. d. Red.)
Er sollte gerne Morgensex mögen, denn das ist ein erquicklicher Start in den Tag. (Sie ist jetzt drei Jahre Single nach einer fünfjährigen Beziehung, und ihr fehlt es markerschütternd, in einer gewissen Regelmäßigkeit von dem nestelnden Bonbon aus Wurst geweckt zu werden  – Anm. d. Red.)
Hin und wieder darf er auch mit anderen Frauen flirten, aber niemals respektlos, sprich in meiner Gegenwart, und während eines Flirts oder spätestens danach sollte er wieder alleinig an mich denken und auf keinen Fall erwägen fremdzugehen. (Untreue ist für die Löwin unverzeihlich – Anm. d. Red.)
So, das war`s eigentlich schon! (Ein guter Charakter schadet auch nicht, innere Werte und so – Anm. d. Red.)
Also liebes Universum, bitte entsende mir meinen Wolke 7 – Mann gerne innerhalb der nächsten Wochen, allerspätestens aber unbedingt vor meinem 34. Geburtstag (6. August 2016 – Anm. d. Red.), denn diesen würde ich gerne irgendwo am Strand zelebrieren. Mit einer Flasche Rosé-Champagner, selbstbelegten Sandwiches mit Käse und Schinken und ein paar Erdbeeren. Zusammen mit IHM.
Vielen Dank im Voraus und liebe Grüsse Sandra

 

Die unwillige Glücksfee

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Für drei junge Feen ist es an der Zeit ihre Aufnahmeprüfung abzulegen und nur wer sie besteht, darf auch fortan die Wünsche der Menschen erfüllen und sich eine Glücksfee nennen. Bei einer Tasse Cappuccino mit Zimt und Stracciatella-Geschmack eruieren die drei Nachwuchskräfte ihre Chancen.

„Ich habe einen Straßenbettler zum millionenschweren Unternehmer, glücklichen Ehemann und liebenden Vater gemacht!“, verkündet die erste Fee mitsamt Stolz. „Zuvor war er quasi ein Nichts und nun besitzt er all das, was er sich immer gewünscht hat.“

„Gut gemacht!“, lobt die zweite Fee anerkennend. „Dank mir kann eine Frau, welche an den Rollstuhl gefesselt war, wieder laufen, gibt sogar Tanzstunden und reist in jeder freien Minute um die Welt!“

„Wie anrührend!“, schwelgt die erste Fee begeistert. „Ich freue mich schon sehr darauf, viele weitere Menschen glücklich zu machen. Es ist ein so herrliches Gefühl!“

Die dritte Fee nippt verlegen an ihrem Cappuccino.

„Wie ist es denn bei dir gelaufen?“, erfragt die zweite Fee neugierig. „Was für drei Wünsche hast du deinem Prüfungsmenschen erfüllt?“
„Ja – los erzähl!“, fordert die erste Fee ingleichen wissbegierig.

„Ok“, entgegnet die dritte Fee zögerlich. „Als ersten Wunsch habe ich ihm ein anheimelndes Strandhaus errichtet.“
Die beiden Feen lächeln zufrieden.
„Und als zweiten?“, erklingt es wibbelig im Chor.
„Nun ja, sein zweiter Wunsch war, die Frau seiner Begierde in ihn verliebt zu machen.“
„Wie romantisch!“, zeigt sich die erste Fee erfreut. „Wie schön, dass noch Männer existieren, die Liebe ersehnen!“
„Klasse!“, pflichtet die zweite Fee bei, ehe sie erwartungsvoll den dritten Wunsch erfragt. „Was hat sich dieser ehrenhafte Mann als Letztes gewünscht?“

Die dritte Fee zögert. Sie trinkt einen großen Schluck ihres Cappuccinos und blickt sodann nachdenklich in die weite Ferne des Himmels. Indessen fordern die anderen beiden Feen ungeduldig nach der Auflösung.
„Als drittes hat er sich gewünscht, dass ich die Erfüllung der ersten beiden Wünsche rückgängig mache.“

Die erste und zweite Fee blicken einander irritiert an.
„Diesen Wunsch hast du ihm aber nicht erfüllt, oder etwa doch?“, durchbricht die erste Fee beklommenes Schweigen.
„Selbstredend!“, lächelt die dritte Fee.
„Aber wir müssen doch mit Bedacht, Moral und Verstand entscheiden, welchen Wünschen wir nachgeben und welchen nicht!“, interveniert die zweite Fee verstört.
„Du wirst die Prüfung nicht bestehen!“, mutmaßt die erste Fee, derweil sie einen Keks isst. „Wir dürfen ja auch niemanden sterben lassen, nur weil sich ein Mensch das wünscht!“
Zustimmend nickt die zweite Fee der ersten zu.
„Sie hat Recht – das hättest du nicht tun dürfen!“
„Ich empfand Empathie für diesen Mann!“
„Inwiefern?“, erklingt es einstimmig.
„Nun ja, er wollte die Dinge, die ich ihm erfüllt hatte, lieber selbst erreichen.“

Abermals waltet Schweigen, wiederum begleitet von Beklommenheit.
„Er wollte sich das Strandhaus selbst erarbeiten und diese eine Frau wollte er nur, wenn sie das unsichtbare Band der Liebe zwischen ihnen desgleichen spürte und sie von sich aus bereit war, es mit derselben Ehrfurcht zu behandeln.“
„Eigenartiger Mensch!“, schüttelt die erste Fee ungläubig den Kopf, ehe sie fortfährt. „Ich denke nicht, dass du fortan eine Glücksfee sein darfst…“

Einen Tag später müssen die drei Feen ihre Prüfungsergebnisse dem Komitee vortragen. Die erste und zweite Fee erhaschen großes Lob, und dann ist die dritte an der Reihe. Ehe einer der Richter das Urteil verkündet, stecken sie die Köpfe beisammen und diskutieren eine Weile. Alsbald ist es soweit. Der oberste Richter schlägt mit seinem Hammer.
„Herzlichen Glückwunsch!“, tönt er samt Enthusiasmus. „Du hast diese Prüfung mit Bravour gemeistert! Als Allerbeste!“
Die erste und zweite Fee stutzen überrascht, doch zugleich erleichtert, weil sie die dritte Fee sehr mögen und sich für sie freuen.

„Eure Aufgabe ist es, die Menschen glücklich zu machen – unter Berücksichtigung dienlicher, moralischer und empathischer Grundsätze. Du hast diesen Mann zu einem sehr glücklichen gemacht! Deine Entscheidung war riskant, aber überdies ausgesprochen feinsinnig! Hiermit ernenne ich dich hochoffiziell zu einer Glücksfee!“
Freudig fallen die erste und zweite Fee der dritten um den Hals, doch aufrichtige Freude will sich bei letzterer nicht ausbreiten.

„Hast du meine Worte nicht verstanden, dritte Fee?“, fragt der Richter verdutzt.
„Doch…“, druckst die frisch gekürte Glücksfee zögerlich, „…und sie ehren mich sehr!“
„Weshalb bist du dann nur so traurig, dritte Fee?“
„Euer Ehren, bitte versteht das nicht falsch! Ich finde es toll, dass es Glücksfeen gibt und ich denke, dass sie sehr wichtig, nützlich und hilfreich sind…“
Eine kurze Atempause waltet ihres Amtes, in welcher die dritte Fee Mut zusammennimmt.
„Es ist nur so, ich möchte eigentlich gar keine Glücksfee sein!“

Niemand sagt ein Wort und so ergreift es die unwillige Glücksfee neuerlich.
„Viel lieber würde ich neue, außergewöhnliche und detailverliebte Feenkleider schneidern!“
Die Reaktionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Stimmengewirr erklingt und es dauert eine Weile, ehe es verebbt.
„Die allererste Kreation wird aus Samt sein!“
Und dann kramt die unwillige Glücksfee Nadel und Faden aus der Tasche und fliegt beseelt ihres Weges.

 

Die Angst vorm Alleinsein oder wieso wir oft und gerne in Abhängigkeiten verweilen

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Et es wie et es. Et kütt wie et kütt. Alaaf!
Ehe die kölschen Gläser freudvoll erklingen, neigt sich ein beschwerender, aber zugleich stichprobenartig sinnbefreiter Arbeitstag dem Ende und der Frust gewinnt die Oberhand! Mindest wartet daheim ja gleich der vertraute Schatz auf uns mitsamt dem romantischen Dinner, das beglückende Dessert inbegriffen.
Tja, und dann öffnen wir die Haustür und vernehmen ein Schnarchen von der Couch!
Vermutlich sollten wir in Momenten wie diesen schnurstracks die Wohnung verlassen und den Karneval einen Tag vorverlegen! Hinaus ins Leben ziehen, eine Freundin besuchen oder mal wieder zum Sport gehen, aber irgendwie sind wir für jegliche Aktivitäten dieser eifrigen Art zu müde und kaputt.

Also gehen wir einen Moment in uns, verfluchen unser Dasein und dann?
Dann grüßt am übernächsten Tag der Kater und abermals das Murmeltier! Zwar hin und wieder mit durchaus erquicklichen Abweichungen, aber wäre die Zeit nicht eigentlich längst einmal reif, um einige Dinge genauer zu durchleuchten und womöglich auch zu verändern? Zeigefinger aufs Herz! Sind wir überhaupt noch glücklich?
Oder rattert und stockt das fliederlila Wolkenmobil nicht schon seit Längerem, da es aufgrund von feisten Sparmaßnahmen mit Diesel anstelle des zwingend notwendigen Benzins betankt wird? Und jenseits vom Abglanz der Beziehung, ist das wahrhaftig der erfüllende Traumjob, dem wir bis zur Rente treu die Rute halten wollen?
Irgendwas blockiert tatenvolle Reflexion. Irgendetwas hält uns davon ab, das knauserige Murmeltier in die Wüste zu schicken, zeitnah neu zu besetzen oder gar einen komplett neuen Film zu drehen. Mitsamt frischen Gesichtern, einer dienlicheren Handlung und möglichenfalls sogar an einem anderen Ort.

Weshalb nur verharren wir so gerne in Gewohntem, obgleich unser Herz widerspenstig strauchelt?
Weil das geliebte Auto über die vertraute Schnarchnase versichert ist und sich die Miete alleine doppelt so schwer trägt? Weil ein neuer Job, der uns mehr erfüllen würde, finanzielle Einbußen mit sich bringt? Und noch dazu schwer zu finden ist?
Was sich leicht finden lässt, sind allerlei Ausreden.

Et es wie et es. Et kütt wie et kütt. So sehr ich, nebst dem Kölner Karneval, diese redlichen Grundgesetze liebe, möchte ich hier rebellisch intervenieren! Unser Schicksal obliegt nicht gänzlich einer höheren Macht, allerdings interveniert hier eine lähmende Angst.
Alleinsein weckt oftmals eher Wehmut anstelle von Sehnsucht. Wir trauern Vergangenem nach und ersehnen unsere Wünsche und Träume mit derselben Traurigkeit, welche wenig Hoffnung auf Erfüllung birgt. Zudem müssen wir uns mit all dem alleine auseinandersetzen, denn es ist niemand da, der uns diese Last abnimmt.

Doch durchleuchten wir das Wort ‚Alleinsein‘ einmal etwas genauer. Zwei Wörter – trefflich miteinander verschmolzen. ‚Allein‘ und ‚Sein‘.
Was, wenn wir uns fortan mehr auf letzteres konzentrieren?
Und zwar mit Genuß! Zelebrieren wir das Sein mit einer Verabredung. Ein Rendezvous mit uns allein. Zum Nachdenken über das, was wir möglicherweise verändern möchten, jedoch ebenso zum Kochen, Spazierengehen oder DVD gucken.
Das soll kein Ratschlag hinein in die Einsamkeit sein, vielmehr ein Denkanstoß, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse mit reduzierter Scheu zu reflektieren.
Tauschen wir die Furcht vorm Alleinsein gegen Mut und Kraft für Entscheidungen.
Entscheidungen, die unter Umständen kurzfristig Alleinsein bedeuten, langfristig dafür aber beseelteres Glück verheißen.

Jeder Jeck is anders, folglich wird das Murmeltier eisern Grüße entsenden, doch fortan vielleicht ebenso das schlummernde Eichhörnchen!